Faire Mode - das Interview mit Süßstoff aus Berlin

Faire Kleidung gibt es bei Süßstoff in Berlin
@ Süßstoff

Es ist 17 Uhr und ich warte schon eine ganze Weile auf den Bus. Das kommt bei mir in Berlin-Neukölln öfter mal vor. Dass ich in einen fairen Klamottenladen gehe, dagegen eher nicht.

 

Zwar befasse ich mich seit ein paar Monaten mit der Herkunft meiner Kleidung und habe mir kürzlich in einem Online Shop erste fair produzierte Sachen in den Warenkorb gelegt, doch an Boutiquen schleiche ich meist mit einem raschen Blick auf die Schaufensterauslage vorbei. Zu klein, um unentdeckt zu bleiben (und wieder zu gehen), zu freundlich die Atmosphäre, um „nur mal kurz zu gucken“.

 

Heute gehe ich zielstrebig zum „Süßstoff“, einem kleinen Fashion Store in meinem Kiez, denn dort bin ich mit Jenny verabredet, die mit ihrem eigenen Laden und ihrem Label „Börd Shört“ für Fairness einsteht.

 

„Schön hast du's hier“, sage ich. Der Laden wirkt auf mich wie ein zweites Wohnzimmer. Kuschelige Wohlfühlatmosphäre ohne Hektik, dafür aber mit sorgfältig ausgewählten Kleidungsstücken, die scheinbar nichts und schon gar nicht den guten Stil vermissen lassen.

 

Jenny hat „Süßstoff“ mit der Mutter ihres Freundes eröffnet, die bereits mit der Immobiliensuche begann, als die Schwiegertochter die Idee noch verlegen abgewunken hatte.

 

Faire Mode: Jutebeutelkutte, für die man quer durch Deutschland reisen und viel Geld lassen muss. Inwiefern treffen diese Vorurteile zu? Die Kutte erblicke ich auch nach genauer Inspektion des Ladens nicht- es wird Zeit für ein offenes Gespräch.

 



Marie: Fair klingt gut, doch was bedeutet dieses Wort überhaupt in der Modebranche?

 

Jenny: Ich würde sagen, ganz klassisch bedeutet es, dass die Arbeiter unter menschlichen Bedingungen arbeiten. Dazu gehört zum Beispiel, dass es geregelte Arbeits- sowie Pausenzeiten gibt und die Arbeiter einen Lohn erhalten, von dem sie gut leben können.

Für uns sind diese und andere Dinge selbstverständlich, doch in vielen Fabriken wird sieben Tage am Stück unter schlimmen Bedingungen geschuftet.
Nicht selten hört man von Textilfabrikbränden, bei denen unzählige Menschen ums Leben kommen. In der fairen Modeproduktion setzt man sich auch für eine deutlich bessere Gewährleistung der Sicherheit ein.

 

Ja, das ist wirklich schrecklich. Aber woran erkenne ich denn faire Kleidung? Ist eine Jacke für 250 Euro automatisch unter besseren Bedingungen hergestellt worden als eine für 15 Euro?

 

Nein. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber oftmals gibt es da keine großartigen  Produktionsunterschiede, sondern du zahlst einfach bedeutend mehr Geld für die Markennamen sowie deren Marketingausgaben.

 

Hm, dann kann ich faire Mode vielleicht am „made in Germany“ oder einem anderen europäischen Land auf dem Etikett ausfindig machen?

 

Schön wäre es, aber so einfach ist das leider auch nicht, denn rechtlich gesehen muss der Hersteller nur das Land angeben, in welchem der letzte Arbeitsschritt stattgefunden hat. Sprich, wenn dem in Bangladesch produzierten Kleidungsstück in Deutschland das Etikett aufgenäht wird, darf auf diesem bereits „made in Germany“ stehen.

Deswegen rate ich vor allem bei großen Betrieben dazu, auf die Siegel und weniger auf das Etikett zu achten.

 

Es gibt so viele Siegel für Textilien ohne bedenkliche Chemikalien wie den Oeko-Tex-Standard, doch welches Siegel kennzeichnet denn zugleich faire Arbeitsbedingungen?

 

Da gibt es zum Beispiel das GOTS-Siegel, welches Bio-Rohstoffe gewährleistet sowie die Verwendung von Chemikalien, die allesamt strenge Auflagen erfüllen müssen.
Außerdem garantiert das Siegel des Global Organic Textile Standard die Einhaltung sozialer Mindestkriterien.

 
Und wer steht hinter dem GOTS-Siegel?

 

Eine Arbeitsgruppe, der unter anderem der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft angehört.

 

Das klingt schon mal gut.

 

Ist es auch! Für kleinere Modelabels ist es ein bisschen schwieriger. Meine Mode zum Beispiel enthält kein GOTS-Siegel, da mich die Zertifizierung bis zu 3000 Euro kosten würde. Und damit wäre es noch nicht getan: Der Betrieb in Süddeutschland, in dem meine Kleidung genäht wird, müsste sich ebenfalls zertifizieren lassen, was wenig Sinn ergibt, wenn deren restliche Kunden keinen Wert auf dieses Siegel legen.

 

Ich verstehe. Dann ist faire Mode also auch eine ganz schöne Vertrauenssache?

Naja, bei großen Unternehmen würde ich wie gesagt definitiv aufs Siegel setzen. Bei kleineren Labels bekommt man schon durch die Webseite sowie den persönlichen Eindruck und Gesprächen schnell einen ganz guten Überblick.

Die Frage ist ja auch immer, wie viel ein Unternehmen profitieren kann, wenn es dem Kunden nicht mit Transparenz begegnet. Bisher wurde ich noch nicht enttäuscht.

Aber es stimmt schon, ich als Modelabel muss meinem Stoffhändler vertrauen, wobei ich dort allerdings wieder auf das GOTS-Siegel setzen kann und so meine Stoffe vom jungen Unternehmen „Lebenskleidung“ beziehe, das sich ebenfalls für Fairness und Nachhaltigkeit einsetzt.

 

Siegel und Vertrauen sind ja gut und schön, doch neulich kam in meinem Umfeld die Frage auf, was denn passieren würde, wenn die unfairen Labels weniger Umsatz machen. Wären dann unzählige Arbeitsplätze gefährdet?

 

Naja, davon sind wir ja leider noch ziemlich weit entfernt und außerdem ist so etwas auch ein längerfristiger Prozess, sodass kein Arbeiter von heute auf morgen ohne seinen Job dasteht.

Außerdem werden in diesem Prozess viel mehr die Billig-Labels zum Umdenken und vor allem zur aktiven Veränderung gezwungen, da der Bedarf an Kleidung erstens immer vorhanden sein wird und zweitens die Unternehmen natürlich weiterhin Profit machen wollen.

Erste Veränderungen kann man ja schon jetzt sehen, sodass sich viele große Modelabels mehr ihrer unternehmerischen Verantwortung stellen.

 

Dafür müsste das Interesse für faire Mode wachsen und vor allem die Bereitschaft, diese auch zu kaufen. Es ist eine weitverbreitete Annahme, dass sogenannte Ökomode deutlich teurer ist. Ist das wirklich so?

 

Ich würde sagen, nicht. Klar, preislich kann faire Mode nicht mit H&M mithalten, aber ich finde, das muss es auch nicht. Je günstiger die Preise, umso höher die Versuchung, Sachen zu kaufen, die man dann doch nicht oder nur eine Trendwelle lang trägt. Davon halte ich persönlich nichts.
Der Preis der Mode ist stark von der Größe des Unternehmens abhängig, da die Produktion bei kleineren Labels natürlich aufwendiger ist.

Fair Fashion-Shirts bekommst du aber eigentlich ab 30 Euro, was du bei Marken wie Esprit oder Mango ja auch in etwa zahlst.

 

Es ist mir schon einige Male passiert, dass günstiger erworbene Kleidungsstücke nicht sonderlich langlebig waren und bereits nach dem fünften Waschgang Löcher aufwiesen. Ist bei fairer Mode mit einer besseren Qualität zu rechnen?

 

Das ist auch eine gute Frage. Ich denke schon, dass dem so ist, denn wenn die Näherin keine Akkordarbeit leisten muss und auf jeden Fall ihren Lohn erhält, auch wenn sie „nur“ 20 Arbeiten in der Stunde schafft und keine 200, dann kann man davon ausgehen, dass sie mehr Zeit für gewissenhafte Verarbeitungen hat. Dazu kommt, dass die Stoffe anders behandelt werden und auf bedeutend weniger zugefügte chemische Substanzen kommen, welche beispielsweise für mehr Glanz sorgen sollen.

 

Eigentlich ist das ja wie in der Obst- und Gemüseabteilung: Bio oder mit Chemikalien behandelt. Ich finde es faszinierend und seltsam zugleich, dass Bio-Lebensmittel vielen Menschen mittlerweile wichtig sind, oftmals es aber genau diesen gleichzeitig egal ist, ob ihre Kleidung nachhaltig und fair hergestellt wurde. Ist das nicht paradox?

Ja, du hast Recht, da ist das Bewusstsein häufig noch nicht so vorhanden.
Klamotten gehören halt zum Lifestyle. Einige Menschen hängen noch an den vorhin von dir genannten Vorurteilen oder glauben, dass faire Mode mit viel mehr Aufwand für den Käufer verbunden ist.

Und da ist schon auch etwas dran: Wenn du eine neue Sporthose brauchst, kannst du nicht einfach ins nächstbeste Sportgeschäft gehen und irgendetwas kaufen, sondern du recherchierst erstmal ein wenig.

Vielen Leuten ist das aber schon zu anstrengend. Wenn sie beim Stadtbummel einen Pulli sehen, der ihnen gefällt, wollen sie ihn halt kaufen.

Bei Lebensmitteln ist es einfacher, denn da geht es nicht so sehr um die Optik und außerdem sind  Bio-Lebensmittel heutzutage auch nahezu überall verfügbar.

Was faire Mode anbelangt, ist das noch nicht ganz so unkompliziert, aber ich habe bisher eigentlich alles gefunden.

 

Denkst du also, dass die Bequemlichkeit der Konsumgesellschaft für den Kauf bei unfairen Modelabels verantwortlich ist oder könnte es auch sein, dass den Menschen beim Shoppen gar nicht mehr so präsent ist, dass das Kleidungsstück ja auch von irgendjemandem hergestellt wurde?

 

Hm, gute Frage. Meiner Meinung nach müsste mittlerweile jeder von den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken gehört haben. Trotzdem wird der Kontext einfach verdrängt, wenn man am Wochenende mit Freunden ins Einkaufszentrum geht.

 

Quasi ein kurzzeitiges schlechtes Gewissen, das für die Sonderangebote weggeschoben wird?

 

Ich glaube tatsächlich, dass sich viele Menschen in ihren Spontan- und Schnäppchenkäufen eingeschränkt fühlen. Sie wollen lieber drei Teile im Sale für 50 Euro kaufen als ein fair gehandeltes zum selben Preis.

 

Eine bewusstere Lebensweise und die stetige Optimierung gehören zum guten Ton und die Liste ist lang geworden in den letzten Jahren: kein Müll, kein Fleisch, kein gespritztes Obst und Gemüse, kein Diesel, kein Aluminium, kein Flugzeug, kein Plastik, kein industrieller Zucker et cetera. Oft lese und höre ich: „Ich mache schon genügend für die Welt und perfekt geht halt nicht“. Was rätst du diesen Menschen?

 

Geht kleine Schritte. Bei Basics ist es wirklich super einfach, diese in fairen Shops zu finden. Wenn man ohnehin ein neues Top benötigt, könnte man dieses zum Beispiel einfach mal dort kaufen, anstatt die üblichen Klamottenläden anzupeilen.

Außerdem rate ich zu mehr Bewusstsein, was das Kaufverhalten angeht.  Sprich, dass man sich beim Stadtbummel einfach mal fragt, ob man wirklich das siebte Shirt mit Einhorn-Motiv benötigt und es im nächsten Jahr noch genauso toll findet oder letztlich vor einem überfüllten Kleiderschrank voller ehemaliger Trends steht, die man dann doch nicht mehr so cool findet.

 

Trend ist ein gutes Stichwort. Auf dem Weg hierher fiel mir auf: Für mich stehen Modetrends ziemlich im Widerspruch zu Nachhaltigkeit, die ein wichtiges Thema in der Fair Fashion ist. Wie siehst du das als Gründerin eines Modelabels? Ist Nachhaltigkeit eher die Schwester des Minimalismus?

 

Ich denke, es kommt auf die Art des Trendwelle an. Es gibt sehr kurzweilige Trends wie den Sternhimmel-Aufdruck mit Planeten vor etwa zwei Jahren.

Das siehst du, nimmst es zur Kenntnis und weißt, dass der nach einem Jahr wieder in der Versenkung verschwindet.

 

Mir ist dieser Aufdruck nicht mal aufgefallen, aber angesagte Sachen landen eh frühstens zwei Jahre später bei mir.

 

Siehst du, manche Trends sind eben so trendy, dass sie nur die tollsten Hipster bemerken.

Modeerscheinungen wie die Culottes, die sich ja seit geraumer Zeit halten, gibt es aber durchaus in fair.

Bei meiner eigenen Mode schaue ich schon nach dem aktuellen Schnitt, doch ich entwerfe nie vollkommen verrückte Teile. Ich schaue auch bei den Farben darauf, dass sie zeitlos sind und nicht nur für eine Saison gedacht. Streifen beispielsweise kann man ja immer tragen.

Generell ist mein Eindruck, dass es den an fairer Mode interessierten Menschen auch weniger um diese kurzweiligen Trends geht- mir ist es tatsächlich noch nicht untergekommen, dass ein Kunde nach dem „Sweater mit den Planeten“ fragte oder sich nun Einhörner wünscht.

Trotzdem gibt es eine große Bandbreite an fairen Modelabels, die von eher minimalistischem Design bis hin zu Streetwear und Prints keine Wünsche offenlässt. Letztlich ist es eine Typ- und Geschmackssache.

 

Vorhin las ich in einer Illustrierten, dass Heidi Klum sich an ihren Schreibtisch setze und dort am besten über neue Kollektionen nachdenken könne. Woher stammt deine Inspiration?

 

Bei mir ist es schon ähnlich. Irgendwann im Jahr kommt der Punkt, an dem man weiß, dass man sich mal wieder an die neue Kollektion setzen muss. Natürlich lasse ich mich auch von Blogs und Menschen inspirieren, die ich unterwegs sehe, doch ich muss mich letztlich natürlich den Kunden sowie dem aktuellen Schnitt anpassen und kann nicht jeden Gedanken, der mir persönlich gefällt, einfach umsetzen. Somit ist eine gewisse Struktur und Organisation im Prozess schon wichtig.
Da meine Kollektionen noch sehr klein sind und jeweils vier bis sechs verschiedene Modelle umfassen, achte ich aber auch auf sehr Abwechslung, sodass ich nach einer Winterkollektion mit Sweatshirt in der darauffolgenden einen Cardigan in Betracht ziehe.

 

Bist du noch aufgeregt, wenn die Kollektion herauskommt?

Ja, definitiv. Sobald es zum Shooting geht, kommt die Aufregung und ich frage mich, was das Model wohl über die Kleidung denkt und hoffe, dass alles gut geht. Vor dem Shooting habe ich das Kleidungsstück ja oftmals noch nicht mal im Originalstoff gesehen.

Wenn das Model dann aber in meiner Mode vor mir steht, kommt mit der Feststellung „Huch, das sieht ja gut aus!“ die Erleichterung und die Vorfreude auf das Herausbringen der Kollektion.

 

Kam es schon mal vor, dass ein Model in deinen Entwürfen vor dir stand und es dir nicht gefiel?

 

Nein, glücklicherweise noch nicht!

 

Denkst du, dass sich das Interesse für faire Mode in den letzten Jahren vergrößert hat?

Ja, doch, ich denke schon.

 

Worauf ist es deiner Meinung nach zurückzuführen?

 

Das große Thema „Nachhaltigkeit“  ist auf jeden Fall präsenter in den Medien geworden, es gibt so viele tolle Kampagnen und Events – selbst auf der Fashion Week gibt es mittlerweile z. B. die Ethical Fashion Show sowie den Green Showroom, wo nur nachhaltige Unternehmen ausstellen.

Hinzu kommt, dass es immer mehr coole Labels gibt. Wo es früher nur einen fairen Pullover gab, so findet man heute eine wirklich große und gute Auswahl vor.

 

In Berlin sind wir ja ziemlich verwöhnt, doch wie komme ich zu fairen Klamotten, wenn es in meiner Stadt keine Läden gibt, die welche führen?

 

Dann rate ich zu Online-Käufen, zum Beispiel beim Avocadostore oder Grundstoff.

 

Wie kann ich mich sonst noch für faire Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit einsetzen?


Am 24. April jeden Jahres ist der Fashion Revolution Day, an welchem man die großen Modelabels in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #whomademyclothes zu Transparenz auffordern kann.

Es gibt viele Events und Petitionen, an welchen du teilnehmen und dich für fair produzierte Mode starkmachen kannst.

Rede mit deinem Umfeld über das Thema und lebe vor, für was du eintrittst.

Du kannst beispielsweise auch Second Hand-Kleidung kaufen, was ja die nachhaltigste Konsumform überhaupt ist.

 

Danke für das Gespräch!


Mein Fazit:

 

Nachhaltige Mode ist längst nicht mehr nur für modisch anspruchslose Ökos mit viel Geld- falls sie das überhaupt jemals war.

Es gibt große und kleine Labels sowie Preisunterschiede, doch die kennt man auch von nicht transparent produzierenden Unternehmensketten. Bei diesen reicht das Budget vielleicht für mehrere Teile, doch fragwürdig ist und bleibt, ob die Schnäppchen wirklich gebraucht und vor allem auch getragen werden.

Günstige Einkaufspreise gehen meist zu Lasten der Arbeiter und auch der Qualität der Ware, denn ohne den unmenschlichen Druck kann mehr Wert auf eine gute Verarbeitung gelegt werden.

Heutzutage lassen sich Fair Fashion Stores schnell mit Hilfe des Internets ausfindig machen oder man nutzt die riesige Auswahl der Online Shops. Hier lassen sich auch die Preise gut vergleichen und oftmals braucht man keine Versandkosten zu zahlen.

Siegel wie GOTS sind ein guter Wegweise für verantwortungsbewusste Mode. In jeder Stadt gibt es außerdem Second Hand – Shops, in denen man nicht nur unglaublich günstig, sondern mindestens genauso nachhaltig einkaufen kann. Außerdem könnte man mit Freunden und Bekannten sogenannte Kleidertauschpartys veranstalten.

Die größte Schwierigkeit scheint in der konsequenten Vermeidung von Impulskäufen zu liegen, doch sobald man ein Bewusstsein für sein Kaufverhalten sowie die Hintergründe der Ware entwickelt, ist es relativ leicht. Ab und an braucht es noch ein wenig mehr Geduld bei der Suche, doch umso geringer wird hier das Risiko eines Fehlkaufs.

Ein guter Schritt in die faire  Richtung ist es, Kaufentscheidungen zu hinterfragen und seine Spontanität nicht im Kleidungsgeschäft zu beweisen.

Auf dieser ( https://www.productsofslavery.org) Seite kann man sich außerdem unkompliziert über die Produktionsbedingungen in den Herstellerländern informieren.

Wichtig ist, dass man den Gedanken an die Arbeiter nicht in Anbetracht des Pullis für 10 Euro wegschiebt - denn auch wenn das Leid weit weg ist, so tragen wir es.

 

Das Gespräch führte Marie-Lena Nelle