Vegan auf dem Weihnachtsmarkt

Adventszeit ist Weihnachtsmarktzeit und damit die Zeit, in der unsere Städte nach Einsetzen der Dämmerung in ein buntes Lichterkettenmeer verwandelt werden, die Zeit, in der unsere weihnachtliche Vorfreude endlich wieder mit „Last Christmas“ begleitet wird.

 

Stände mit Kunsthandwerk und Geschenkideen locken die Menschen auf den Weihnachtsmärkten ebenso zahlreich wie die zu Geselligkeit einladenen Buden mit Glühwein und Punsch. Nicht zu vergessen sind das Essensangebot, das sich mittlerweile nicht mehr nur auf Rostbratwurst oder Kesselgulasch beschränkt.

 

Die Zahl der Vegetarier und Veganer steigt auch in Deutschland stetig an: proVEG schätzt die Anzahl der Vegetarier hierzulande auf derzeit 8 Millionen Menschen und Erhebungen des Marktforschungsinstituts Skopos bestätigen, dass sich aktuell 1,3 Millionen Menschen rein pflanzlich ernähren.

 

Mittlerweile gibt es in vielen Städten ökologische, faire und/oder tierproduktfreie Weihnachtsmärkte. Doch wie fündig wird das vegane Leckermäulchen auf einem konventionellen Markt?

Mit dieser Frage und einem knurrenden Magen bin ich also über den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz geschlendert, der mit seinen rund 2,5 Millionen Besuchern zu den größten und meistbesuchten Weihnachtsmärkten Berlins zählt.


Herzhaftes

Ofenkartoffeln

 ...sind ohne Sauerrahm, aber dafür mit einer guten Prise Salz und etwas Olivenöl eine feine Sache.

 

Pommes

Der fast überall erhältliche Klassiker der veganen Imbissgerichte schlechthin.

 

Bratkartoffeln

Hierbei sollte man zuvor in Erfahrung bringen, ob diese mit Speckwürfeln zubereitet werden.

 

Maroni

Esskastanien haben viel zu bieten: Magnesium, Kalium, Vitamin B1, B2, B6, C, E und Folsäure sowie einen geringen Fettanteil.

Und, ganz nebenbei: Lecker und hunderprozentig pflanzlich sind sie auch noch!

 

Pilzpfanne

Gebratene Champignons sind köstlich und werden in aller Regel auch mit Pflanzenöl erhitzt.

Doch obacht: Auch hier verstecken sich zuweilen Schinken- oder Speckwürfel.

 

Maiskolben

Der Kunde hat die Wahl zwischen Salz und Kräuterbutter. Mit der richtigen Antwort gibt es einen schmackhaften Snack auf die Hand.

 

Brezeln

Laugenbrezeln sind meistens vegan oder werden als „Butterbrezeln“ ausgeschrieben.

In manchen Regionen versteckt sich jedoch Schweineschmalz im salzigen Gebäck.

Wer lieber auf der sicheren Seite ist, fragt am Stand nach.

 

Lángos

Die ungarische Spezialität wird nach Orginalrezept aus Wasser, Mehl, Hefe und Salz hergestellt.

Da zuweilen trotzdem Milch beigemischt wird, empfiehlt sich ein kurzes Nachfragen am Stand.

Genossen werden können die Fladenbrote sowohl herzhaft, als auch süß.

 

Arabische und türkische Spezialitäten

... entdeckt man immer häufiger auf Weihnachtsmärkten.

 Von gefüllten Weinblättern, über Gözleme mit Couscous und Spinat bis hin zum Falafelwrap geht die Auswahl, so dass man gut gesättigt zu den süßen Leckereien weiterziehen kann.


Süßes

Marzipan

... ist in all Variationen meistens vegan.

Hier mögen einige Menschen erstaunt sein, doch in erster Linie besteht Marzipan aus Mandeln und Zucker.

In einigen Fällen werden den Produkten jedoch geringfügige Mengen an Honig beigefügt.

 
Gut zu wissen:

Von Schokolade ummanteltes Marzipan ist häufig ebenfalls frei von tierischen Inhaltsstoffen, da hier auf zartbittere Schokolade ohne Butterreinfett gesetzt wird.

Magenbrot

... klingt zwar nicht so lecker wie Lebkuchen, kommt diesem geschmacklich aber sehr nah.

Dank sei den Schweizern!

 

Zuckerwatte

Die beliebte Süßigkeit besteht aus purem Haushaltszucker und ist somit nicht tierischen Ursprungs.

 

Kandierte Früchte
Vitamine, Vitamine, Vitamine-da ist das bisschen Zucker doch kaum der Rede wert.

Karamellisierte Früchte sind vegan, sofern nicht der Farbstoff Karmin (E 120) verwendet wurde.

Dieser wird nämlich aus getrockneten und gemahlenen Schildläusen gewonnen.

Für Karmin besteht übrigens eine Kennzeichnungspflicht, sodass der unerwünschte Zusatz leicht ersichtlich sein sollte.

 

Gebrannte Nüsse

Allein beim Gedanken an den süßen Duft gebrannter Nüsse läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Ein absoluter Klassiker und mit Sicherheit vegan.

Zuweilen werden die Nüsse in Butter geschwenkt, bei meinen Stichproben bekam ich jedoch ausschließlich die Rückmeldung, dass Pflanzenfett verwendet wurde.

Trockenfrüchte

Wie wäre es mit getrockneten Kiwi- oder Kokosstückchen?

Neben den üblichen Apfelringen und Bananenflakes fand ich auch Exoten unter den gedörrten Früchten: Drachenfrucht, Papaya, Jackfrucht sowie Maulbeeren.
Eine gesunde Köstlichkeit.

 

Schokolierte Früchte

Fruchtspieße mit dunkler Schokolade sind oftmals rein pflanzlich.

Ein kurzes Nachfragen am Stand gibt Klarheit.

 

Popcorn

Maiskörner, etwas Öl und Zucker oder Salz. Sonst noch Fragen?

 

Zuckerstangen und Riesenlollis

Auch hier sollte man auf Karmin (E 120) sowie Schellack (E 904), Bienenwachs (E 901) und Lactit (E 966) achten.

 

Churros

Das in Öl frttierte, spanische Gebäck in länglicher Form ist traditionell sowie mit Zimt und Zucker eine pflanzliche Köstlichkeit.


Getränke

Glühwein

Wein besteht aus vergorenen Trauben und ist somit immer vegan, oder nicht?
Leider klären viele Winzer ihre Weine beispielsweise mit Speisegelatine (Schweineschwarten und Rinderknochen) oder Hausenblase (Schwimmblase bestimmter Fischarten).

 

Somit sind viele Weine nicht einmal vegetarisch, sodass man lieber beim Stand nachfragen oder einen Blick auf die Weinflasche werfen sollte.

 

Kaffee

Schwarz wie die Nacht und nach Bedarf mit Zucker oder einem Schuss Rum.

 

Trinkschokolade

Ich fand einen Stand, welcher seine Trinkschokolade ausschließlich aus Wasser, purem Kakaopulver und Zucker zubereitete.

Fragen lohnt sich auch hier!

 

 Tee

 Geht immer.

Autorin: Marie-Lena Nelle

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